„Wir Werden Sie Begeistern“
So lautete der der Slogan der Discounterkette PLUS welche zu der Tengelmann Unternehmensgruppe gehörte. Damit ist seit einigen Wochen schluß. Im Zuge der Übernahme der Plusfilialen durch die Edeka Gruppe wurde der Großteil der Filialen in Nettofilialen umgetauft, an denen auch Tengelmann noch 20% hält.
Ich denke ich werde sie nicht vermissen, die angeblich so kleinen Preise die mich nicht begeisterten. Denn auch wenn zumindest in der Werbung die Preise mit Ärmchen Beinchen und Gesichtern uns weismachen wollten, dass Sie die kleinsten waren, so waren sie doch unter den Discounterpreisen die Größten. Jedoch beschweren will ich mich nicht, ist Deutschland doch eins der meist umkämpften Märkte im Lebensmittelsegment und hat im Vergleich zu anderen Ländern ein sehr geringes Preisniveau, was nicht zuletzt dem noch ermäßigten Steuersatz zu verdanken ist.
Viel schlimmer war das Sortiment von „Prima leben und sparen“ kurz Plus, die Milch war immer dann alle wenn ich den Laden betrat, Convinence Produkte waren fast alle von minderer Qualität, Tiefkühlwaren mindestens schon einmal aufgetaut. So zumindest in meiner Filiale.
Ähnlich verhielt es sich mit dem Personal, ich will sagen Verkäufer bei Plus waren ein Völkchen für sich.
So erinnere ich mich an einen Auszubildenden in der Filiale am Leopoldplatz (Berlin), der Azubi, Kassierer und Filialmanager zugleich war. Der junge Mann hatte eine ausgeprägte Adipositas und sein blau / orange, zusätzlich mit Colaflecken beschmückte Kittel dadurch zum zerreißen gespannt. Wichtig ist auch noch zu erwähnen, dass diese Filiale sich im Untergeschoss eines Mietshauses befand, im welchen sich auch ein Eingang zur U-Bahn befindet. Es drang also nie frische Luft oder ein Sonnenstrahl in diese Filiale, welche man auch nur betreten konnte wenn man an sich an Dönerali, einem mini Burgerking, den lauten Alkoholikern und den stummen Wachturmverkäuferinnen vorbeischlich.
Da stand sie nun, die arme Sau. Sitzen wollte oder konnte er nicht mehr an der Kasse, so stand er und schob so schnell wie er konnte Plastikbier, Wein in Tetrapacks und Wodkapullen über den Scanner, so dass die Alkis am anderen Ende mit dem Einpacken nicht hinterher kamen.
Überraschend höfflich blieb er dabei und begrüßte und verabschiedete jeden seiner Patienten ordnungsgemäß ohne ihnen ins Gesicht zu schauen.
Eine U-Bahnstation weiter gab es auch einen Plus neben der Feuerwehr, am Fenster der Filiale hängen Stellenangebote: Verkäuferin auf 325€ Basis, Reinigungskraft 325€ Basis, auch die Ausbildung zum Kaufmann und der Regionalmanager wurden beworben. Trotz relativ hoher Arbeitslosigkeit interessierte sich niemand für die Plakate, ich denke sie waren in der falschen Sprache gedruckt oder das Arbeitsamt machte halt einfach das bessere Angebot 1x 625 € plus Miete bei einer Arbeitswoche von Null Stunden. Die die der deutschen Sprache mächtig waren und nicht schlau genug das Arbeitsamt zu bescheißen, saßen oder standen an der Kasse.
So auch jene Kassierin an Kasse 3. Sie trug keinen Kittel sondern ein T-Shirt mit dem Slogan der kleinen Preise darunter drei tanzende Preise 0,99; 1,69; und 2,99. Es hätten auch weit mehr Preise auf dem T-Shirt der Größe XXL Platz gefunden. Ich war an der Reihe und begann fast Mitleid zu bekommen, als ich plötzlich nicht wusste ob ich schnell ein Bild machen sollte oder lachen sollte. Was war geschehen? Schon am Ende der Schlange bemerkte ich, dass die gute Dame nicht recht hinter dem Kassenterminal passte. So lud sie ihre je kopfgroßen Brüste auf der Kassenlade ab. Nun drückte sie ihren Körper an die Kasse um kassieren zu können, dabei spannte sich ihr T-Shirt und in großen verzerrten Buchstaben war auf ihren Brüsten zu lesen „Wir werden Sie begeistern“ schmunzelnd drehte ich mich um, um zu schauen ob jemand etwas merkte. Nein die Patienten hinter mir zählten nur ihr Kleingeld für das Plastikbier.